Über uns

Am 16. Feber 1975 wurde der Verein „Volksbühne Mils“ gegründet. Mils ist aber eines der ältesten Theaterdörfer Tirols, belegt durch alte Stiche aus den Jahren um 1835. Das heißt bis in die Jahre, bevor Maria Theresia das Volksschauspiel mit Verboten belegte. Gesicherte Daten über Aufführungen gibt es seit den 1920er Jahren.

Ab dem Jahre 1925 kam es zur Aufführung zahlreicher Stücke unter anderem auch „Die Räuber vom Glockenhof„ von Josefine Weiss.

Bis zum Jahr 1933 wurde im Garten und in der Veranda des Gasthof „Lorer“ gespielt, jeweils 3 Aufführungen. Die Zuschauer kamen zu Fuß aus den umliegenden Gemeinden.

Im Jahre 1933 wurde unter der Leitung des damaligen Direktors des Landestaubstummeninstitutes Josef Sieberer vom „Katholischen Arbeiterverein“ das Vereinshaus errichtet und im selben Jahr feierlich eingeweiht. Mils hatte ein eigenes „Theaterhaus“. Der Höhepunkt dieser Zeit war wieder die Aufführung „Die Räuber vom Glockenhof“ von Josefine Weiss.

1938 wurde der Verein verboten und die „Deutsche Arbeiterfront“ nahm das Vereinshaus in Besitz.Es wurde aber trotzdem, wie es in Mils üblich war, Theater gespielt.

1940 wurde das Vereinshaus von der Gemeinde Mils um 10.000 Reichsmark wieder zurückgekauft. Obwohl der 2. Weltkrieg voll im Gange war spielte man „Die drei Dorfheiligen“ von Neal und Ferner. Das Stück „Um Haus und Hof“ unter der Leitung vom Lehrer Josef Glatzl mußte abgesagt werden, weil Spieler an die Front berufen wurden.

1943 wurde im gemeindeeigenen Vereinshaus eine SS-Mannschaft einquartiert und 1944 von der Wehrmacht in Anspruch genommen. Somit hatte die Kulturstätte ausgedient. Nach Kriegsende wurde das Vereinshaus als „Deutsches Eigentum“ erklärt, aber durch ein aufwändiges Rückstellungsverfahren wieder ins Gemeindeeigentum zurückgeführt.

1947 gründete Josef Glatzl die „Sing- und Spielgemeinschaft“ und das Spielerteam für die Stücke „Um Recht und Ehr“ (1946) und „Die Räuber vom Glockenhof“ (1947) bestand aus Milser Heimkehrern.

Unter Lehrer Josef Glatzl erlebte das Milser Theater eine Hochblüte bis 1957. In den 60er Jahren wurde der Spielreigen mit „Die Drei Dorfheiligen“, „Der verkaufte Großvater“ usw. von Otto Ebenbichler weitergeführt. Unter Bgm. Hans Arnold, ein begnadeter Volksschauspieler, wurde das Vereinshaus saniert und auf Initiative des Oswald Milser Chores unter der Spielleitung von Bertl Schöpf 1974 mit „Die Schlafkrankheit“ wiedereröffnet.

1975 erfolgte die Gründung der „Volksbühne Mils“ und bereits 1980 besann man sich des Traditionsstückes „Die Räuber vom Glockenhof“ und unter der Regie von Bertl Schöpf, mit Hans Arnold als „Gatterer“ wurde die „Weissfassung“ wieder gespielt.
So wie „Die Geierwally“ zu Elbigenalp, so gehören die „Glockenhofer“ zu Mils (Ist die letzte gute Tat des Hans Gatterer doch der Guss der Milser Kirchenglocke).

Im Jahr 1990 wurde das Stück unter der Regie von Bertl Schöpf und Humer Sigfried als „Gatterer“ erneut auf die Bühne gebracht.
2005 zum 30 Jahr Jubiläum bearbeitete Spielleiter Arnold Markus die „Glockenhofer“ neu und brachte sie mit Josef Pittl als „Gatterer“ mit großem Erfolg auf die Bühne.

„Die Räuber am Glockenhof“ von Josefine Weiss sind ein Kulturgut des Milser Theaterwesens und es ist eine Verpflichtung, dieses zu pflegen. Zum 40 Jahr Jubiläum übernahm die Spielleiterin Helga Föger-Pittl die Aufgabe das Stück zu überarbeiten und in Szene zu setzten.